Ein simpler Vorschlag, der die Welt retten soll.

Wer kennt das nicht: Man informiert sich per Internet, Zeitung, Radio und Fernsehen über das Weltgeschehen, hat letztendlich jedoch das Gefühl, nichts an einer falsch, ungerecht, unlösbar oder widersprüchlich erscheinenden Situation ändern zu können, die einem dennoch den Schlaf raubt (auch dann, wenn man alle paar Jahre eine Große Koalition wählen gehen darf – und auch Online-Petitionen halte ich in der Regel für sinnlos). Diese Seite soll dem ein Ende machen.

Wer sich in dieser kurzen Einleitung selbst wiederfindet, den möchte ich ermutigen, sich Zeit für diesen Text zu nehmen und danach in den Kommentaren seine Meinung zu äußern.

Genauso wie diesem Gesichtsausdruck.

Und am nächsten Morgen sieht man dann so aus.

Hallo,
diesen Blog habe ich mit der Absicht gestartet, etwas zum Allgemeinwohl beizutragen. Wer mag, ist herzlich eingeladen, mir dabei zu helfen. Zunächst ein paar Worte zu meiner Pers…nein, es geht hier überhaupt nicht um mich:

1. WAS SOLL DAS GANZE?

Der Anspruch des Blogs ist, zur Aufklärung der Gesellschaft beizutragen, indem er, mithilfe seiner Leser, Fakten zusammenträgt, filtert und ebenso die Möglichkeiten, etwas an diesen Umständen zu verändern aufführt, diskutiert und Konsequenzen zieht. Ich will mich bemühen, dabei ganz pragmatisch vorzugehen und Glaubensfragen oder meine eigenen politischen Ansichten außen vor zu lassen (und mich damit nicht zum Chef-Aufklärer zu erheben, dafür bin ich dann doch zu jung).

Da mir dies naturgemäß nicht immer gelingen kann, wird auch anderen Meinungen (solange sie faktenbasiert sind) eine Plattform geboten. Fehler werden korrigiert und die Korrektur offengelegt. Wie ich auf die Idee gekommen bin, ist relativ einfach – es gibt zwar elitäre Think-Tanks, politische, militärische und industrielle Gremien, doch noch keins, dass die Verbesserung der Welt, was immer man darunter verstehen mag, um ihrer selbst willen, „ressortübergreifend“ zum Ziel hat und wo jeder Mensch mit Internetanschluss dazu beitragen kann, ob anonym oder nicht.

2. OBJEKTIVITÄT, VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT UND TRANSPARENZ

Das heißt jedoch nicht, dass so ein Projekt ziellos sein muss, wie ich an einem ambivalenten (und vereinfachten) Beispiel zeigen will:

McDonald’s hat dieses Jahr X Hektar Regenwald vernichtet, Y Liter nicht-recyclebaren Müll erzeugt und den Ausstoß von Z Liter CO2 verursacht.

McDonald’s beschäftigt in Deutschland  X Mitarbeiter und spielt in der Wirtschaft dank dem Umsatz von Y € und Steuern von Z € eine nicht zu unterschätzende Rolle, das Gleiche gilt für das Geflecht seiner Zulieferer.

Welche Auswirkungen würde ein nahezu kompletter Boykott haben? Würde er mehr Nach- als Vorteile haben?

Wie lässt sich das Problem mit möglichst wenigen Einbußen auf allen Seiten lösen?

Das Idealziel ist also, eine Art „BILDblog für gesellschaftliche Fragen“ zu werden, der auch emotional-aufgeladene Themen rational abhandelt und aktiv zur Meinungsbildung beiträgt, ohne dass dabei eine bestimmte Partei, Ideologie oder Lobby federführend ist.

3. WARUM NOCHMAL?

Ich bin kein professioneller Journalist, aber das sollte kein Hindernis sein – denn dadurch habe ich ja auch eine gewisse Unabhängigkeit. Es geht mir nicht darum, zahllose neue Online-Petitionen heraufzubeschwören, sondern sich seines eigenen Weltbildes bewusst zu werden und seinen Alltag entsprechend anzupassen, sodass man

A) den Lebensstandard möglichst vieler Menschen langfristig sichert und womöglich verbessert, ohne dies auf Kosten anderer zu tun (was in Zeiten der globalen Erwärmung besonders schwerfallen dürfte) und

B) folglich mit sich und der Welt im Reinen sein kann (was vielleicht naiv klingen mag – aber ich finde, als privilegierter Bewohner der Ersten Welt sollte man sich ab einem gewissen Alter schon damit auseinandergesetzt haben, woher der eigene Wohlstand kommt, ob man nun Kommunist ist, oder nicht).

Grundsätzlich habe ich auch nichts dagegen, wenn nicht immer „große“ Themen wie beispielsweise „Desinformation durch Wirtschaftslobbyisten“ (ich setze das einfach mal hier als Platzhalter rein), sondern auch weniger aufgeladene Themen diskutiert werden*.

Das einzige, was meiner Meinung nach an dieser Stelle nicht diskutiert werden sollte, sind strafrechtliche, literarische, religiöse und persönliche Fragen („Gehört Uli Hoeneß in den Knast?“), die nur bestimmte Individuen betreffen – das sollte den Verantwortlichen und Betroffenen überlassen bleiben, jemand außerhalb dieses Kreises kann eine derartige Situation bestenfalls grob einschätzen. Darin soll auch einer der Unterschiede zu traditionellen Zeitungen bestehen.

4. MACHEN ANDERE MEDIEN DAS NICHT ALLES SCHON?

2

Nö.

Zeitungen binden zwar Leserbriefe und Kommentarfunktionen ein, eine sachliche Diskussion steht jedoch selten im Zentrum, während sie deren Substrat gleichwohl vorführen und deuten, woraufhin der Leser sich dann selber zusammenreimen muss, wie dieses Substrat überhaupt zustande gekommen ist. Umgekehrt geht es aber auch nicht darum, nur unterschiedliche Meinungen zu sammeln, diese kontextlos in den Raum zu stellen und dem Leser die Denkarbeit ganz abzunehmen – ihm zu suggerieren, man wisse schon, was er denkt, denn das denken alle. Und Talkshows sind eben meist nur Werbeveranstaltungen, die in den seltensten Fällen neue Gedanken hervorbringen. Es geht bei diesen Diskussionen nicht darum, dass einer gewinnt – hier auch nicht, aber man kann zu einem kleinsten gemeinsamen Nenner kommen und muss dabei nicht auf Einschaltquoten, langweilige Star-Biografien und Sendezeiten schielen.

Journalisten leisten zwar einen Beitrag zur Meinungsbildung (oder, in manchen Fällen, zur Meinungsmache), aber was man mit seiner Meinung im Alltag anfängt, wenn man sich nicht gerade in der Wahlkabine oder am Stammtisch befindet, ist dann doch ziemlich wenig im Verhältnis zu dem, was man täglich an Informationen aufnimmt und tun könnte, wenn man sich damit auseinandersetzt (wann hat man schon die Zeit dazu!) und bewusst nach den daraus ableitbaren Prinzipien lebt (auf Sätze wie diesen werde ich in Zukunft verzichten, da ich keine Statistik habe, die das beweist). Ich stelle mir vor, dass ein Blog wie dieser ein geeignetes Medium sein könnte, um diesen Widerspruch zu aufzulösen.

Und rein wissenschaftliche Debatten sind zwar genauso richtig und wichtig, aber unabhängig davon, ob diese Texte für Laien schwer oder leicht zugänglich sind, wird dabei selten der konkrete Nutzen einer Erkenntnis außerhalb des Forschungsbereichs ins Auge gefasst („Ein neues Mittel gegen Kopfweh lindert vielleicht den Schmerz, aber woher kommt überhaupt das Kopfweh und hilft die neue Arznei wirklich jedem?“).

5. WAS IST MIT WIKILEAKS? IST DAS GANZE INTERNET NICHT SCHON EINE ANSAMMLUNG SOLCHER DISKUSSIONEN?

Wikileaks und ähnliche Plattformen helfen dabei, Missstände aufzudecken, indem sie Dokumente veröffentlichen, die diese Missstände beweisen. Bei deren Einordnung und den möglichen Konsequenzen (beispielsweise parteiübergreifende Boykotte) sind aber mündige Bürger gefordert. Es geht hierbei nicht darum, sich über das Gesetz zu stellen, sondern sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten für eine Verbesserung solcher Zustände einzusetzen. Hier soll diskutiert werden, wie dies am Besten möglich ist – dabei müssen die Missstände nicht mal geheim sein (für den Anfang hatte ich ja schon ein paar aufgeführt: McDonald’s, Globale Erwärmung…).

Im Internet finden sich zwar unzählige Nischen-Foren und Blogs zu einem bestimmten Thema, aber eben noch kein übergreifendes, bei dem alles auf das gleiche Ziel ausgerichtet ist, ohne dass kommerzielle oder ideologische Interessen im Hintergrund stehen.

6. DAS GESETZ BIN ICH (VORERST)

Wenn irgendwann Nachfrage und Bedarf stimmen, kann man ja ein neues Regelwerk für diese Seite demokratisch festlegen, aber bis dahin muss wohl genügen, dass ich mich nach dem oben Ausgeführten zu richten versuche.

7. WARUM „PASSIVISMUS?

Weil der Begriff Aktivismus durch Onlinepetitionen meiner Meinung nach vollkommen entwertet worden ist, und da z.B. ein durchdiskutierter, wirkungsvoller Boykott das Gegenteil von wirkungslosem, blindem Aktionismus ist. Außerdem ist es leicht zu merken. Mehr steckt wirklich nicht dahinter.

8. KOMMENTARE ERWÜNSCHT!

Und damit schließe ich. In den Kommentaren nehme ich gerne erste (Themen-)Vorschläge und Kritik an; wenn sich dieses Projekt in der Zukunft als hinreichend erfolgreich erweist, gebe ich auch gerne besonders engagierten/klugen Nutzern die nötigen Zugriffsrechte, um eigene Beiträge zu schreiben und Debatten in Gang zu setzen, oder greife einzelne Kommentare in einem separaten Beitrag auf. Der Link zum Verfassen der Kommentare findet sich direkt unter der Überschrift, unter dem einzelnen Artikel ist aber auch noch mal die Kommentarmaske.

*wobei ich lieber „groß“ als „ausgelutscht“ verwende, weil die Themen so oder so gesellschaftlich relevant sind.